Dienstag, 12. Februar 2019

Notlandung? Stephan Orth und Antje Blinda und das Buch Sorry, wir haben die Landebahn verpasst

Flugzeuge. 

Fliegen. 

Höhen. 

Höher. 

Das ist nun wirklich nicht meine Welt. 

Ich habe Angst vor Höhen. 

Ich habe auch Angst davor, in der Höhe zu sein und dann in die Tiefe zu fallen. 

Ich erinnere mich da nur an die Alpträume, in denen ich von ganz weit oben, nach ganz tief unten falle und wie ich dann jedes Mal schweissgebadet aufwache und nach Luft schnappe, weil ich das Gefühl habe, diesen Sturz wirklich erlebt zu haben. 

Wie kommt es dann, dass ich ein Buch in die Finger nehme, in dem es hauptsächlich um Flugzeuge und das Fliegen geht? 

Weil es unter der Kategorie Humor gelistet ist. 

Weil es sich hier um Anekdoten von Passagieren handelt. 

Kleine Stories und Bonmots von Dingen, die gesagt und oder passiert sind im Zusammenhang mit dem Fliegen.  

Kapitel 01 – Vor dem Start: Den Rest der Strecke fliegen wir 

Hier geht es um die Dinge, die vor dem Start passieren und schiefgehen können und um die Worte, die von der Crew an die Passagiere gewendet werden, wenn die richtige Startbahn gesucht werden muss, wenn es Verzögerungen gibt, die ein wenig seltsam anmuten und auch um die Erlebnisse, wenn das Flugzeug ausgeparkt werden muss. 

Natürlich weiss ich nicht, welche der Anekdoten der Wahrheit entsprechen und welche nicht ganz wahr sind und welche ein ganz klein wenig übertrieben dargestellt worden sind. 

Nun gehe ich ganz, um es einfach zu halten, davon aus, dass alles so passiert, wie beschrieben. 

Nun gibt es Anekdoten, die sind zum Schmunzlen. 

Es gibt welche, da fange ich schon ein wenig nachzudenken. 

Dann gibt es dann auch die Kategorie, zu denen ich folgendes sagen möchte: würde ich am Flughafen stehen und auf den Abflug warten und so etwas würde mir passieren; ich hätte meinen Koffer so schnell unter dem Arm und wäre noch viel schneller auf dem Heimweg, dass selbst der Flash wie eine lahme Schnecke daherrennen würde. 

Eben, dann gibt es die Stories, wo es mir fast am liebsten wäre, ich wäre live und wahrhaftig dabeigewesen 🙂 Wahrscheinlich wäre ich vor laut Lachen unter den Sitz gekugelt.  


Kapitel 02 - Sicherheitseinführung: Drücken sie die Stewardess fest auf Mund und Nase 

Hier sind kleine Geschichten gelistet, die zwischen Einsteigen und Abflug abspielen. 

Zum Beispiel Stories darum, dass es Stewardessen gibt, die die Sicherheitseinführung ganz lustig rüberbringen können, die Passagiere, die nicht zuhören und –sehen wollen, mit spitzer Zunge davon überzeugen, es doch zu machen und noch einiges mehr. 

Auch hier gibt es die eine oder andere Anekdote, wäre ich dabei gewesen, ich wäre quer durchs Flugzeug geflohen und hätte die Kabinentür gar nicht erst aufgemacht.  


Kapitel 03 – Turbulenzen: Willkommen in der Achterbahn 

Wer träumt schon nicht davon, die Kotztüte, die einem jeden Passagier zur Verfügung gestellt wird, auch zu benutzen? 

Ich für meinen Teil denke: ich kann auf dieses Erlebnis ganz gut verzichten und habe zu keiner Sekunde das Verlangen, je so ein Teil in die Hände zu bekommen.  

Einige der Stories lesen sich zwar recht spannungsarm, wenn ich aber bedenke, dass sich diese während des Fluges abgespielt haben, wird mir auch so fast ein wenig übel und ich nehme mir im Sekundentakt vor, ja nie in ein Flugzeug zu steigen, welches auch wirklich abheben möchte. 

Wie gesagt: es gibt Dinge in meinem Leben, die dürfen ruhig weiterhin in weitem Abstand davon stehen.  


Kapitel 04 – Technische Probleme: Da ist ein Loch in der Tür 

So ziemlich jede dieser Anekdoten ist wie gemacht, um mir ganz fest einzuimpfen, dass es eine ganz blöde und noch dümmere Idee sei, je in ein Flugzeug einzusteigen, welches sich in Gebrauch befindet. 

Ne, ne. Nur schon wenn ich daran denke, in einem Flugzeug zu sitzen, es fliegt und dann rennt einer von der Crew mit Werkzeug hin und her: ne, da wäre ich kurz davor, auszuflippen.  



Kapitel 05 - Flüge in fernen Ländern: Im Cockpit können kaufen Wodka 

Ich würde ja gerne glauben, dass es in jedem Land die gleich hohen Standards gibt, wenn es sich um Flugzeuge, Sicherheit und Sicherheitsstandards gibt. 

Aber nachdem ich diese Anekdoten gelesen habe, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es wirklich das eine oder andere Land gibt, wo man nie eine der nationalen Linien besteigen sollte, es sei denn, man gehört der Putztruppe an 🙂 


Kapitel 06 – Auf Reiseflughöhe: Oh mein Gott, die Tragfläche! 

Nach Lesen dieses Kapitles könnte ich fast auf die Idee kommen, dass es gang und gäbe ist, dass die Besatzung gerne den einen oder andere Spruch oder Witz riskiert, um so die Laune der Passagiere in luftige Höhen zu heben. 

Ich denke, bei mir würde das nicht funktionieren, so wie ich in dem Sitze sitzen würde, und die Hände um die Armlehnen gekrallt hätte, um sie ja nie mehr loslassen zu müssen. 


Kapitel 07 – Schlechtes Wetter: Wir sind soeben in Bremen gewassert! 

Auch wenn die eine oder andere Anekdote durchaus einer gewissen Komik nicht entbehrt, sind sie nicht wirklich dafür gedacht, mein Vertrauen in die Fliegerei zu vergrössern, sondern sorgen eher dafür, dass ich meine Augenbraue in bester Spock-Manier nach oben anhebe und mir denke:  Leute, das mit dem Fliegen könnt ihr in meinem Fall aber gleich ganz und gar so was von vergessen. 


Kapitel 08 - Blödeleien über den Wolken 

Ja, Humor ist eine schöne Sache und diese Stories, die hier geschrieben stehen, die könnten es dann doch noch schaffen, meine Meinung wieder in Richtung positiv zu ändern. 
Natürlich ist nicht gesagt, dass jeder Flug so lustig ablaufen muss und auf jedem Flug jemand vom Personal es sich nicht nehmen lässt und Sprüche klopft oder sonstwie dafür sorgt, dass die Passagiere etwas zum Lachen haben. 

Ich tendiere jetzt eher dazu zu denken, dass es wohl eher selten vorkommt, dass man als Passagier so gut unterhalten wird, wie es die eine oder andere Anekdote scheinen lassen möchten. 


Kapitel 09 – Landung: Zwei zum Preis von einer 

Wenn ich mir vorstelle, mit welch teilweise sehr schwarzem Humor hier die Angestellten den gravierenden Problemen entgegentreten, komme ich mir vor, als ob ich es noch nie im Leben geschafft hätte, Sarkasmus oder auch Ironie anzuwenden.  

Das mit dem Fliegen überlege ich mir nach dem Lesen der Kapitel auf noch ein paar Mal und ich denke, ich verschiebe das auf mein nächstes Leben, wenn ich hoffentlich ein wenig weniger ängstlich sein werde. 


Kapitel 10 – Weg zum Gate: Kapitän, Co-Pilot und Autopilot verabschieden sich 

Zum Rausschmeissen noch den einen oder anderen Spruch, aber das macht es so ganz am Schluss, nach diversen angesprochenen, eher mühsam durchgeführten Landungen auch nicht mehr besser. 

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