Crime is King …
Heute will ich es für einmal wissen.
Ich sehe mir einen Film an, der schon seit Jahren auf der Liste der Filme steht, die ich mir, unter gewissen Umständen, vielleicht und wirklich nur vielleicht, ansehen möchte, ansehen werde.
Aber, wie gesagt, heute ist es soweit.
Die DVD habe ich über Exsila billig haben können, oder anders gesagt: ich habe wenig Exsila-Punkte dafür hergeben müssen.
Von dem her ist es mir schon fast egal, wenn ich es vom preislichen Aspekt hersehe, ob der Film gut oder schlecht oder einfach etwas ist.
Bis jetzt weiss ich ja nicht so recht, was ich von dem Film halten soll.
Kurt Russell spielt einen Verbrecher, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden ist. Mitten in der Wüste, während eines Aufenthaltes bei einer Gaststätte, trifft er zuerst auf einen Jungen, der ihm etwas von seinem Auto klaut, dann, während er den Jungen verfolgt, läuft er in seine Mutter rein, gespielt von Courtney Cox. Es dauert nicht lange und die beiden sind im Bett gelandet.
Es schon von Anfang an zu sehen, dass wir es hier mit einem ganz grossen Fan von Elvis Presley zu tun haben.
Kaum raus aus dem Bett, vor dem Haus, wartet schon ein Typ auf ein, ein sehr guter Bekannter, wie es aussieht, gespielt von Kevin Costner, der auch ein ganz grosser Fan vom King zu sein scheint.
Der Typ hat in einem Auto noch ein paar Kumpels, die auch eine gewisse Art und Weise habe, ihre Vorliebe für den King auszudrücken.
Schon ist man unterwegs nach Las Vegas.
Wenn ich das richtig sehe und sogar noch richtiger verstehe, wollen die bei einem Wettbewerb mitmachen, wer der beste Elvis-Imitator ist.
Auf jeden Fall sehen fast alle, bis auf die Frauen, die nicht viele an Kleidung tragen, aus, als ob der King nicht nur einmal, sondern ein paar tausend mal wiedergeboren worden wäre.
Ja, jetzt geht es los. Doch kein Wettbewerb. Als Elvis verkleidet unternehmen sie einen Überfall auf ein Casino.
Es geht aber nicht alles ganz nach Plan und es kommt zu einer mehr als gewaltigen Schiesserei, bei der auf beiden Seiten Tote und Verletzte zu beklagen sind.
Mit viel Glück und noch mehr Glück schaffen sie es, mit dem Hubschrauber zu entkommen.
Da der Film noch nicht einmal in der Mitte angekommen ist, kann ich schon jetzt sagen, dass die Flucht damit noch nicht ganz geglückt ist.
Noch ein kleines Wort dazwischen: es hat schon etwas, zuzusehen, wie Kevin Costner, in einem glitzernden Elvis-Kostüm den ganz harten Typen gibt und um sich schiesst und ballert, als ob es kein Morgen geben würde.
Die Schiesserei im Casino ist nicht wirklich schlecht gemacht worden, die Choreographie ist recht brauchbar, auf der anderen Seite, habe ich da in anderen Filmen schon welche gesehen, die spannender dahergekommen sind.
Das fällt mir erst jetzt wirklich auf: Christian Slater gehört ja auch zu den bösen Jungs. Irgendwie scheint er mir in diesem Film ein wenig unscheinbar daher zu kommen.
Jetzt sind sie in dem Motel angekommen, in dem Mutter und Sohn ihre Heimat haben und was soll ich sagen: die Autoren hatten keine viel bessere Idee, als dafür zu sorgen, dass der Junge Zeuge wird, wie die Beute begutachtet und aufgeteilt wird.
Ach ja, herrlich zu sehen, wie auch weiter alte Ideen aufgebraucht werden, zum Beispiel soll der Anteil der Beute des Typen, der umgekommen ist, auch aufgeteilt werden, was aber der Boss, also Costner, nicht will. Der ist nicht wirklich flexibel, und will bei seinem Plan bleiben.
Spoiler: Daher so unauffällig: Costner legt ihn um, weil er sich nicht an den Plan halten will. So kann man es auch machen. Und der Junge ist auch davon noch Zeuge worden.
Super, der wird jetzt sein Leben lang zum Psychiater gehen müssen.
Und das Geld wird auf jeden Fall so versteckt, dass der Junge es finden muss.
Ehrlich, ganz ehrlich .. mir ist jetzt schon langweilig und ich kann mich kaum noch halten, zurückhalten, um nicht ganz schnell die Fernbedienung in die Hand zu nehmen, um ein wenig nach vorne zu spulen.
Wer hätte das gedacht: Costner will auch Russell umlegen, der aber hat eine Schutzweste an und kehrt mit ein paar Beulen ins Motel zurück. Aber, wie gedacht, der Junge hat die Tasche mit dem Geld bereits geholt, aber Russell findet sie und holt sie sich zurück.
Costner inzwischen hatte einen kleinen Autounfall und kommt nach Russell ins Motel zurück, und findet natürlich kein Geld mehr vor und .. bla bla bla ..
Ob ich jetzt doch ein wenig schneller nach vorne spulen soll.
Costner macht zwar so was von auf böse und Gangster, aber irgendwie .. so richtig fies kommt er nicht rüber, auch wenn er sich wirklich Mühe gibt.
Und ich sitze hier und sehe mir diesen Film noch immer an.
Russell hat inzwischen die Mutter und ihren Sohn auf die Flucht mitgenommen und schon streiten sie sich, als ob sie seit mehr als hundert Jahren verheiratet wären.
So ein Mist aber auch .. ein altes Ehepaar. Ist das wirklich alles, was dieser Film zu bieten hat.
Ehrlich …
Ich bin kurz davor, ein wenig die Nerven zu verlieren. Wenn da nicht bald etwas passiert, dass mich aus dem Koma weckt, dann .. ach, ich weiss auch nicht .. was ich dann mache.
Auch kameratechnisch sehe ich nicht wirklich viel neues. Nichts, was mich aus den Schuhen haut und davon überzeugt, den Film noch ein zweites mal sehen zu wollen oder sogar zu müssen.
Es ist passiert:
Ich bin gelangweilt.
Alle sind auf der Flucht oder der Jagd, es wird geballert, es wird geschossen .. und ich langweile mich, weil einfach nichts passiert, dass ich nicht schon mal gesehen habe.
Seufz ..
Und wer hätte das gedacht, Costner trifft zum Showdown auf Russell … wow .. wer hätte das wirklich gedacht .. Meine Fresse .. echt .. hätte man hier nicht auch eine andere Lösung finden können ..
Ausser, dass nicht nur die beiden aufeinander treffen, sondern auch die Gesetzeshüter anwesend sein werden???
Doch was Neues .. beide leben noch und die Polizei kann sie beide verhaften.
Sieh an .. er schiesst wieder auf Russell, der durch die Decke fällt und Costner liefert sich mit der Polizei eine Ballerei .. auch nicht wirklich neu, aber, der Lärm hält mich wenigstens wach ..
Die Erkenntnis des Tages zu diesem Film?
Es reicht nicht, ein paar Typen in Elvis-Kostüme zu stecken, sie mit ganz grossen Waffen auszurüsten .. und sie dann auf die Flucht zu schicken ..
Spannung muss anders erzeugt werden .. wirklich anders ..
Hmm .. ne .. die DVD habe ich und die wandert auch dorthin, wo der Staub sein zu Hause hat.
Der Showdown sieht von der Machart her schon fast aus, als ob er direkt aus Terminator II geklaut worden wäre. Und das mag ich gar nicht. So wenig Phantasie, das ist echt peinlich.
Das wirklich schlimme ist aber, und hier auch ein kleiner Spoiler, dass Costner es nicht geschafft hat, die Figur zum Leben zu erwecken. Mir ist so was von egal, dass er im Kugelhagel ums Leben gekommen ist. Also echt .. das ist mir einfach am Hinterteil vorbeigegangen.
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