The A - Team (2010)
Ich habe in meinem relativ kurz / langen Leben schon einige Filme gesehen. Gute, schlechte, sehr schlechte, Filme, bei denen ich aus dem Kino gegangen bin ...
Auch in Sachen Remakes habe ich schon so einiges sehen dürfen und können.
Aber noch nie habe ich einen Film / ein Remake gesehen, das mich so genervt hat, mich so aufgeregt hat, so wütend gemacht hat. Bei dem ich so sehr das Gefühl hatte, dass die Macher dahinter so wenig Ahnung vom Ausgangsmaterial hatten.
Es genügt nun mal nicht, einfach nur den Catchphrase von Hannibal zu nehmen und den von Liam Neeson ein paar mal aufsagen zu lassen.
Es genügt nicht, Murdock an die Rotoren eines Helikopters zu hängen und ein Lied singen zu lassen, auch wenn das die beste Szene im Film ist.
Was dann aber wirklich "jump the shark" ist: das Team springt in einem Riesenpanzer aus einem Flugzeug und damit schiessen sie Drohnen ab und landen dann, fast ohne Blessuren in einem See.
Ich hatte Gelegenheit dem Regisseur über Twitter meine Meinung zu sagen. Da er dabei kurz vor dem Explodieren war, denke ich, dass ich damit einen wunden Punkt getroffen habe und, damit sogar richtig gelegen habe.
Liam Neeson. Eigentlich wäre er ja ein guter Hannibal Smith. Er würde in die Rolle passen, aber irgendwie hat er sie in diesem Film so scheisse gespielt, dass ich ihn dafür am liebsten mit einem Skischuh in den Hintern treten würde.
Bradley Cooper wäre auch ein guter Faceman, aber ...
Alle würden sie in die jeweilige Rolle passen, nur ..
Es ist das Drehbuch, es ist der ganze Film. Mir kommt es vor, als ob da jemand mit voller und ganzer Gewalt versucht hat, das ganze A-Team in die Tonne zu treten, als ob jemand mit voller Absicht dafür sorgen möchte, dass das A-Team in der Versenkung verschwindet.
Bitte, wer den Film noch nicht gesehen hat, soll sich den Film einfach nicht ansehen. Es lohnt sich nicht.
Hier hat man sich nicht an die Vorgabe gehalten, ausser, dass man immer genau das Gegenteil von dem gemacht hat, was eigentlich richtig gewesen wäre.
Das hier hat nur dem Namen nach mit dem A-Team zu tun. Ich sehe das so, dass man einem Möchtegern-Regisseur viel Geld gegeben hat und der hatte nichts besseres zu tun, als möglichst viele blöde und überflüssige Explosionen und Schiessereien in einen Film zu pressen.
So kann Scheisse aussehen, wenn sie auf die Leinwand in einem Kino gebracht wird.
Das ist der Text der Therapie:
Bis zum heutigen Tage hatte ich die Gelegenheit und das Vergnügen den einen oder anderen Film zu sehen.
Sei es im Kino, sei es zu Hause.
Wie es nicht anders sein könnte, sind darunter auch Filme zu finden, bei denen ich mir noch heute die Frage stelle, wie ich mich so habe täuschen lassen können.
Bevor ich mir einen Film ansehe, informiere ich mich so gut wie möglich, ob es sich lohnt, die Zeit in den Film zu investieren, oder ob nicht.
Nicht ohne einen Anflug von stolz kann ich sagen und in den Raum stellen, dass ich mich sehr selten getäuscht habe, sehr selten getäuscht worden bin.
Ein Teil des Geheimnisses liegt darin begraben, dass ich nicht wirklich auf die Kommentare und Kritiken von anderen höre.
Es mag eine Gabe sein, es mag auch ein Teil meines Unterbewusstseins sein, dass ich es in den meisten Fälle „spüre“ wenn ein Film schlecht, oder gar kacke ist.
Ab und zu stehe ich mir aber auch selber im Weg, weil ich, zum Beispiel, nicht glauben kann, dass ein bestimmter Schauspieler sich für einen schlechten Film hingeben würde.
Dabei vergesse ich leider, dass der Schauspieler ein Drehbuch in die Hände bekommt, welches er liest und dann entscheidet, ob er mitspielen will oder nicht.
Gehen wir ein wenig in die Zukunft.
Der Schauspieler ist am Set. Der letzte Drehtag.
Wie es wohl sehr oft bei Dreharbeiten vorkommt, wurden einige Dinge im Drehbuch noch während des Drehs angepasst. Eine Sache, von der jeder weiss, dass sie passieren kann, aber jeder hofft, es nicht passieren würde .
Tja. Schon jetzt „sehen“ einige Dinge anders aus, als der erste Entwurf des Drehbuchs einem glauben gemacht haben.
Noch ist es ein langer Weg, bis der Film wirklich fertig ist.
The Final Cut. Der finale Schnitt fehlt noch.
Im Schneideraum wird der Film so zusammengeschnitten und -gesetzt, wie er schlussendlich im Kino zusehen sein wird.
Das eine oder andere Stück Film landet, wie man so schön sagt, auf dem Boden des Schneideraums.
Das war natürlich früher so. Heute, wo eigentlich alles digital gemacht wird, ist es nur noch ein geflügeltes Wort.
Der Tag der Welturaufführung ist angebrochen.
Der rote Teppich, der Gang in den Saal und alle sehen sie den Film zum ersten mal so, wie er schlussendlich auch auf die Augen der Zuschauer geworfen werden wird.
Wenn ein Schauspieler Pech hat, ist von dem Film, wie er noch im Drehbuch gestanden hat, nicht mehr viel übrig.
Es kann sein, zum Besseren, es kann aber auch sehr gut sein, zum Schlechteren.
Hier haben wir es aber auch wieder mit einem Film zu tun, der auf einer TV-Serie beruht, die in der Zwischenzeit Klassiker – und Kultstatus erreicht hat.
Was macht die Serie so unvergleichlich?
Zum Beispiel die Mitglieder des Teams selber.
Hannibal, B.A. Baracus, Faceman und Murdock.
Viel unterschiedlicher können vier Typen nicht mehr sein.
Trotzdem sind sie ein Team und noch viel mehr.
Jeder würde für den anderen nicht nur durchs Feuer gehen, nein, jeder würde für den anderen durch Lava schwimmen.
Egal wie sehr sie sich auch verarschen, Witze über den anderen machen: schlussendlich sind es Best Friends.
Bei der Serie stimmt auch die Harmonie zwischen den Darstellern. Das hat der Serie auch mehr als geholfen und kommt auch heute noch aus dem Fernseher gekrochen und nimmt den Zuschauer für die Serie ein.
Nun haben wir also den Film zur Serie.
Die Serie hatte Humor.
Die Serie hat sich nie und zu keinem Zeitpunkt selber oder die Charaktere zu ernst genommen.
Selbst die Schiessereien, die Explosionen waren so übertrieben und jenseits von Gut und Böse, dass sie nicht haben ernst genommen werden können.
Dann haben wir den Film.
Echt.
Darüber werde ich in diesem Leben nie hinweg kommen. Auf eine gewisse Art und Weise werde ich mich immer wieder einmal fragen, was sich der Regisseur dabei gedacht hat, wenn er überhaupt nachgedacht hat.
Liam Neeson, den ich persönlich für einen ganz grossen unter den Schauspielern halte, spielt in diesem Film die Hauptrolle des Hannibal. Der unerschrockene Anführer des Teams.
Ich könnte mich stundenlang über diesen Film auslassen und was mich daran stört.
Mein Problem ist nur:
ich stelle gerade fest, dass mich schon das Nachdenken darüber in die Tiefe zieht.
Es kommt selten vor, aber, die Depression steht bereit und wartet nur darauf, dass ich mich weiter aufrege und in die tiefen Tiefen dieses Filmes begebe.
Daher breche ich die Übung hier ab und kann nur sagen, dass ich mir den Film nie mehr ansehen werde.
Es tut schon fast weh, so ein Machwerk zu sehen, oder nur schon darüber seine Gedankenwelt zu verschwenden.
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