Warum sehe ich mir Filme der Kategorie Horror von Zeit zu Zeit gerne mal an?
Vielleicht, weil im Gegensatz zu Nachrichten und gewissen Dokumentationen das Blut nicht echt ist?
Kann gut sein.
Vielleicht aber auch, weil ich gerne weiss, wie weit die Macher in Sachen Special Effects sind in der heutigen Zeit.
Aber, ich sehe sie mir auch gerne an, weil im Gegensatz zu Hollywood-Blockbustern von Anfang an nicht sehr viel Geld zur Verfügung steht und
die Macher daher gezwungen sind, auf Art von MacGyver an die Sache heranzugehen und den Film mit den Mitteln drehen müssen, die zur Verfügung stehen.
Das heisst in diesem Fall, dass die Macher über einiges an Kreativität verfügen müssen, geschickt in Sachen Basteln sein sollten und auch sonst über viel Fantasie
verfügen sollten, soll der Film am Ende möglichst echt daherkommen.
Das sind Kriterien, die der Film Saw alle so weit wie möglich erfüllt und die sogar zu meiner vollsten Zufriedenheit.
Was gefällt mir an diesem Film auch noch?
Warum kann ich mit diesem Streifen einigermassen viel anfangen?
Nehmen wir einmal die "Opfer".
Es gibt nicht viele Horror-Filme, in denen die Opfer so dargestellt werden, dass man ihnen den Tod schon fast an den Hals wünscht.
Jeder und jede, auf jeden Fall fast alle von ihnen, haben Dreck am Stecken und in Vergangenheit etwas verbrochen, dass einem Verbrechen gleichkommt.
Dann haben wir noch den "Bösewicht", der im Gegensatz zu vielen anderen Übeltätern eigentlich eine traurige Figur ist, der vom Leben mehr als einen Fusstritt erhalten hat
und daher in die Rolle von Jigsaw gefallen ist.
Was ihn ausmacht: er tötet die Leute nicht selber.
Er entführt sie und bringt sie in eine Art grosses Labyrinth, wo sie die Chance erhalten, ihr Leben zu retten.
Dazu setzt er sie aber mitten in eine Falle, wo sie dann die Entscheidung treffen können, etwas zu opfern, oder zu sterben.
Bei einigen Fallen zeigt sich dann, dass es einige unter den Opfern gibt, denen man nicht nur die Pest an den Hals wünscht, sondern am besten gleich eine
Handgranate. Viel schlechter kann der Charakter oft nicht sein.
Statt anderen zu helfen und eine Kleinigkeit von sich selber zu opfern, macht man auf Egoist und geht lieber vom Leben in den Tod hinüber.
Schon von dem her sind die Opfer hier viel ehrlicher gezeichnet, als in sonstigen Horror-Movies.
Was mich einfach mehr als umgehauen hat: Der Twist am Schluss des Films.
Nein, ich verrate nicht, was da passiert.
Ich kann nur schreiben: es gibt nicht wirklich viele Filme, die es schaffen, den Zuschauer am Schluss so aus dem Stuhl zu hauen, indem ein Twist
auf sie einbricht, der nicht nur funktioniert sondern gleichzeitig so fies, gemein und genial ist, dass man es in den ersten paar Minuten nicht glauben mag.
Wie sooft im Leben: die Lösung liegt meistens so nahe, dass man sie nicht sehen kann.
Auch wenn der Film düster, schmutzig und teilweise ein wenig bis sehr eklig ist, kann ich ihn mir ansehen, ohne befürchten zu müssen, in ein tiefes schwarzes Loch gezogen zu werden.
Schade ist nur, wenn man einmal den Schluss des Films gesehen hat, macht er beim nächsten mal ansehen nur noch halb soviel Spass.
Das ist dann einfach die Bürde und das Schicksal, das ein Film tragen muss, der einen so genialen Schluss auf die Menschheit loslässt.
Natürlich braucht der Film noch ein zwei Durchgänge, damit man auch wirklich alles versteht; vor allem, warum gewisse Opfer so gehandelt haben, wie sie gehandelt haben und warum
sie in die Falle gelockt worden sind und warum sie es verdient haben, oder warum sie es unter Umständen doch nicht verdient haben.
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