Donnerstag, 27. Dezember 2018

Hirni? Ein Film mit dem Titel Mindhunters

Renny Harlin, der Regiesseur, ist für genau zwei Filme bekannt, die erfolgreich gelaufen sind und für einen, der unter aller Sau gelaufen ist ... 


Die Harder und Cliffhanger sind die beiden erfolgreichen, Cutthroat Island ist der, der so ziemlich einen Minusrekord aufgestellt hat in Sachen Einnahmen und Kosten.


Hier haben wir es mit einem weiteren Film von Renny Harlin zu tun. 


Sehe ich mir an, wer alles mitspielt, dann habe ich schon fast den Verdacht, es mit einem echt guten, sehr brauchbaren und sehr sehenswerten Film zu tun zu haben.


Val Kilmer, Christian Slater, Kathryn Morris, LL Cool J, Jonny Lee Miller, Clifton Collins Jr. 


Alles Namen, die der wirklich geneigte Gänger des Kinos kennt und bei denen er oder sie denkt: he, die alle können was, oder können halbwegs was und sind in so vielen Filmen immer wieder zu sehen.


ABER, auch wenn hier bekannte Namen zu finden sind; sagt das wirklich etwas über die Qualität des Filmes aus?


Nö. Eigentlich nicht wirklich und gar nicht.


Da bleibt mir also nichts anderes übrig, als den Film in voller Länge anzusehen, ob ich jetzt will oder nicht.


Natürlich will ich: schon lange war ich an dem Teil interessiert. Nun habe ich die Gelegenheit genutzt und ihn mir für kleines Geld gekauft.


Tja ...


Worum geht es hier.


Wir haben ein paar FBI-Agents, Profiler, die trainiert werden, in Sachen Profiling.


Es fängt an mit einer Sequenz, die leidlich spannend rüberkommt. Sie würde viel besser funktionieren, wenn man gar nichts wüsste über den Film. Aber, da wir ja gelesen haben, was in gewissen Reviews gestanden hat, oder was auf der Rückseite der DVD geschrieben steht, ist es leider nicht weit her mit der Spannung und wir wissen .. und jetzt gibt es einen Spoiler ... dass es sich nicht um eine echte Situation handelt, sondern um eine Trainingseinheit, bei der die beiden Agents erschossen werden und auch der nicht erkannte Täter das zeitliche segnet.


Ihr Boss, gespielt von Kilmer, kommt so was von cool daher: damit will ich sagen, Kilmer möchte cool daherkommen, wirkt aber einfach nur, ein wenig lächerlich und gar nicht ernstzunehmend. 


Die beiden Agents und ein paar ihrer Kollegen, werden auf einer Insel abgesetzt, auf welcher sie ein Training durchführen sollen, welches ein paar Tage dauern soll.


Es dauert nicht lange, bis aus Training Ernst wird und der erste Tote zu beklagen ist. Die Figur, gespielt von Slater, stirbt den T-1000-Tod und wird ein wenig gefroren, bis der Körper den Gebrechen seinen Tribut Zollen muss.


Nicht viel später, die Agents wollen die Insel per Boot verlassen, explodiert dieses und nur mit ein wenig Glück gibt es keine weitere Leiche, die in die Leichenhalle transportiert werden muss.


Bis jetzt hat der Film nicht wirklich viel an Spannung gezeigt, aber, und das kommt eh selten genug vor, mich damit überrascht, dass Christian Slater bereits aus der Gleichung herausgenommen worden ist.


Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet, aber, eigentlich ein ganz guter Schachzug. 


Wie es sich weiterhin für diese Art von Film gehört, stirbt ein Agent nach dem anderen, mal weniger, mal mehr kunstvoll in Szene gesetzt.


Es werden Spuren gelegt. Falsche, echte, wer kann das schon wissen zu diesem Zeitpunkt. Jeder könnte der Mörder sein. Jeder könnte der sein, der das Team dezimiert.


Es ist gar nicht klar, warum und wieso gemordet wird. 


Mit der Zeit zeigt sich aber, dass der Killer von jedem Profiler ein Profil erstellt hat und auf diesem Weg seine Opfer und sogar die Reihenfolge bestimmt hat. 


So gelingt es ihm, jeden der Profiler in die für ihn oder sie zugedachte Falle zu locken und laufen zu lassen.


Ah .. sieh an .. Der Abspann zeigt in den nächsten Sekunden seinen schwarzen Hintergrund .. damit wissen wir nun auch, wer der Bösewicht ist, wer der Mörder ist und warum er es gemacht hat .. 


Leider haben die Macher hier, einmal mehr, einen Fehler beim Casting gemacht, den sie leider, viel zu oft machen: sie haben den Bösewicht mit jemandem besetzt, der diese Rolle schon viel zu oft gespielt hat. Mit einem Schauspieler ausgefüllt, der dafür bekannt ist, dass er viel zu oft den Bösen geben muss. Selbst wenn er dann einmal die Chance erhält, einen Guten darzustellen, spielt er einen Arschloch-Guten, was von daher auch nicht viel besser ist.


Mit so einem Schauspieler und seiner Besetzung ist das Ärgernis natürlich vorprogrammiert.


Bei diesem Film sollte der Zuschauer doch eigentlich raten, den ganzen Film hindurch, wer den nun der Böse ist, wer ist der Killer, oder, Wer ist Waldo, einfach auf Böse. 


Aber, indem man zum Beispiel JL Miller in den Film nimmt, muss der Kinogänger nicht mehr viel Denkarbeit verrichten. Er muss sich nur ein wenig erinnern, wann und wo er Miller zuletzt gesehen hat, dann vielleicht in welchen Filmen und Rollen er ihn gesehen hat und schon ist das Rätsel gelöst.


Da helfen keine Twists, da helfen keine Blutkonserven, da hilft keine Schusssichere Weste .. die Spannung wurde schon bei der Besetzung des Bösen ermordet und damit auch der Zuschauer um die Spannung betrogen. 


Also, wer nicht wirklich weiss, wer JL Miller ist, ihn nicht einordnen kann, der hat hier einen Film vor sich, der bis zu einem gewissen Punkt spannend ist. 


Die Figuren sind leider so wenig tiefgründig, dass es mir persönlich sche... eigal ist, ob sie leben oder sterben. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Der Regiesseur hat es einfach nicht geschafft, die Figuren zu Menschen werden zu lassen, für die man immerhin so viel empfinden kann, dass einem ihr Tod mitspielen würde, dass man einfach irgendwas fühlen würde, dass einem in den Film ziehen könnte.


Ich persönlich habe den Film als langweilig und nicht nötig empfunden und denke, mit so einem Werk ist auch zum Teil erklärt, warum Harlin es nicht geschafft hat, zu den ganz Grossen in Sachen Regie aufzuschliessen .. da sind viel zu viele Defizite. Nur gute Action .. damit ist noch kein Film wirklich gross geworden .. 


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