Es gibt sie.
Diese Filme, an denen ich interessiert bin, weil die Story sich alles andere als langweilig anhört, an denen ich interessiert bin,
weil ein bestimmter Schauspieler, eine bestimmte Schauspielerin mitwirkt, oder, was selten genug vorkommt, mich das Filmplakat
nicht nach null acht fünfzehn aussieht, sondern nach etwas, auf das ich scheinbar schon mein Leben lang gewartet habe.
Im Falle dieses Streifens waren es ein paar Komponenten:
Antonio Banderas, Lucy Liu und ein Plakat, das mehr als cool daherkommt und ein Versprechen abgibt: das Versprechen, eines Films,
den ich unbedingt gesehen haben sollte.
Die Handlung?
Die ist wirklich nicht wichtig, handelt es sich hier doch um einen Action-Movie der Kategorie B (was in den meisten Fällen heisst, dass es mehr um Verfolgungsjagden,
Schiessereien, einen coolen Helden, eine coole Heldin, und sehr böse Bösewichte geht und, wenn wir schon dabei sind; gehörig viele und extra grosse Explosionen).
Nun gut. Das mit der Handlung hat sich damit erledigt und erschlagen.
Wie sieht es den aus mit Schiessereien, Explosionen, Jagden, Verfolgungsjagden?
Ist so ziemlich alles im Fluss und schon fast Überfluss vorhanden.
Nur leider ist die Messlatte in diesem Bereich inzwischen so hoch, dass die meisten Special Effects nicht wirklich mithalten können und teilweise auch noch
langweilig aussehen.
Auch Jagden mit Autos, Motorrädern und was sonst noch hat der geneigte Zuschauer bis heute viel besser, spannender und interessanter und packender zu sehen bekommen.
Das einzige, was dafür sorgt, dass der Streifen trotz allem was fehlt oder nur minderwertig vorhanden ist, kein Rohrkrepierer ist, sind die beiden Hauptdarsteller: Antonio Banderas und Lucy Liu.
Er spielt mal wieder eher den Anti-Helden und sie darf auf die Kacke hauen, wie es Frauen in dieser Art von Filmen leider immer noch viel zu wenig dürfen.
Ansonsten ist es einer dieser Filme, der nicht weh tut, wenn man ihn sich ansieht.
Ich habe erst so was wie Schmerzen verspürt, als ich auf die Idee gekommen bin, ihn mir ein zweites Mal ansehen zu wollen / können.
Ich gebe zu: beim zweiten Mal habe ich nicht bis zum Schluss durchgehalten. Ich bin nervös geworden, habe mich angefangen aufzuregen, wurde sogar ein wenig ärgerlich und habe
dann auch noch angefangen, die Macher zu verfluchen und anzufauchen. Kein Gutes Zeichen bei mir.
Die DVD landet daher in meiner Welt und meiner Wohnung irgendwo ganz hinten, wo ich sie nicht mehr sehen werde und so sie nach einiger Zeit wohl vom Staub verschluckt worden sein wird.
Hier kann ich es für einmal .. oder für wieder einmal mehr, ein wenig kürzer halten ...
Worum geht es in dem Film?
Ja, die Frage stelle ich mir auch gerade.
Da haben wir einen ehemaligen FBI-Agenten, gespielt von Antonio Banderas, der sich ein wenig dem Suff ergeben hat (wow, wie genial und wie neuartig, hat es so ja noch nie gegeben) und dann haben wir noch einen weiblichen Killer, der einmal auch auf der Seite der Guten gekämpft hat, bis ihr Boss ihre Familie um die Ecke gebracht hat (haben wir ja so oder so ähnlich auch noch nie gesehen oder gelesen oder was auch immer). Gespielt von Lucy Liu.
Dann haben wir noch den Bösen, gespielt von Gregg Henry.
Also. Um es gleich zu sagen: den Film kann man sich geben, wenn sonst nicht wirklich viel mittelmässige Auswahl zur Auswahl steht. Einen gemütlichen Fernsehabend kann man sich mit dem Streifen durchaus machen.
Die Action ist gut, teilweise sogar sehenswert. Lucy Liu als Actionfrau ist auch mehr als einen Blick wert. Es wird geballert, geschossen, gexplodiert, gemeuchelt und gerache genommen, bis die Ohren nicht nur schlackern, sondern fast vom Kopf abfallen.
Aber eben .. von wegen Handlung .. von wegen Story .. von wegen Klischées .. hier muss man den Denkapparat nicht nur ausschalten, sondern halbwegs betäuben .. auf jeden Fall an einigen Stellen des Films.
Trotzdem .. es gibt schlimmeres .. aber auch besseres.
Es ist einfach ein Film, kaum gesehen, gleich vergessen ..
Bevor ich es noch vergesse:
Das Pr0blem mit einem Schauspieler wie Gregg Henry: er spielt ja mehrheitlich den Bösewicht und das nimmt einem Film mehr als genug Spannung, kann sogar dafür sorgen, dass einem sehr schnell langweilig wird oder man sich jemand anderen als Bösewicht wünscht.
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