Stefan Wolf
Ein Fall für TKKG
Band 076
Mörderischer Stammbaum
Kapitel 01 - Taubenmord
Ein Fall für TKKG.
Angefangen hat es bei mir mit den dazugehörigen Audiokassetten, die es zu Zeiten meiner Kindheit noch im Übermass zu kaufen gegeben hat.
Es fehlt einfach die Erinnerung, bis zu welcher Nummer ich die Abenteur dieser Bande auf Kassette meinem Gemüte zugeführt habe und wann ich angefangen habe, die Bücher zu lesen.
Ist auch nicht weiter tragisch und schon gar nicht schlimm, erinnere ich mich da nicht mehr.
Was ich noch weiss, zum Beispiel:
Oft habe ich mir mir die eine oder andere Kassette in Olten gekauft und zwar in einem Geschäft, welches den Namen “ABM” getragen hatte.
Was ich auch noch weiss: hat man dieses Kaufhaus betreten, war, ging man die Treppen nach oben, das ABM mit seinen Abteilungen, zu finden, nahm man die Treppen nach unten, landete man nicht in der Hölle, sondern in der Migros, die eine für damalige Verhältnisse unverschämte Grösse hatte.
Hatte man den Kassenbereich hinter sich gelassen, natürlich die Waren bezahlt, konnte man an die Fleisch- und Käsetheke gehen. Dort habe ich, von Zeit zu Zeit ein Canapé erhalten und zwar mit Russischem Salat darauf. Ich werde nie vergessen, wie gut mir diese Dinger geschmeckt haben und wie blöde und enttäuscht ich geguckt habe, als es weder die Migros noch das ABM an dieser Stelle gegeben hat.
Die ABM hatte ihren Zenit überschritten und musste dichtmachen und die Migros hat kurz und schmerzlos einen anderen Standort für ihr Geschäft gesucht und gefunden.
Wie dem aber auch sei:
TKKG und das erste Kapitel.
Nur schon die ersten Seiten habe ich gelesen und es stellt sich mir die Frage, was ich damals an dieser Buchreihe wirklich gefunden habe.
Fangen wir doch bei dem Punkt an, dass der Held der Geschichte, Peter Carsten, am Anfang den Nickname Tarzan hatte. Auf einmal wurde aus Tarzan Tim.
Einfach, weil wohl jemand das Gefühl hatte, dass Tarzan doch nicht Deutsch genug ist, oder zu brutal tönt oder Tarzan, die Figur, als eher primitiv und unterdurchschnittlich schlau angesehen werden kann.
Wie auch immer.
Es fehlt mir bis heute eine wirklich ehrliche Erklärung zu diesem Wechsel.
Er macht für mich persönlich gar keinen Sinn.
Was mir auch auffällt.
Der Autor hat irgendwie die Gewohnheit, dass er Menschen, die gerade etwas böses tun, sich den Niederungen einer Teufelei ergeben, ganz nach Klischée aussehen: gross, klopsig, fett, mittelfett, seltsamer Bart oder gleich ganz unrasiert. Genauso, wie man sich einen schlechten, bösartigen Menschen so vorstellt.
Als ob jemand, der wie ein Model aussieht, nicht fähig wäre, etwas Böses zu tun.
Tarzan / Tim.
Hier entdeckt er einen Mann, der dabei ist, Tauben zu töten. Wie es sich für Tim gehört, rennt er auf den Mann zu und verprügelt ihn auch gleich einmal.
Kann es sein, dass Tarzan ein Problem damit hat, seine Aggressionen im Zaum zu halten?
Der Mann in diesem Kapitel arbeitet für die Stadt und tut nur das, wofür er den Auftrag erhalten hat.
Tarzan hätte ja nachfragen können, was los ist und warum und wieso, aber nein: er geht gleich auf den Mann los.
Eigentlich sollte Tarzan eine Anzeige kassieren.
Dann haben wir noch Gaby.
Die darf hier auch nur blöd rumstehen, um die Tiere jammern und stellt eigentlich eine ganz grosse Tierfreundin dar.
Dann sollte es ihr eigentlich in den Sinn kommen, dass zum Beispiel eine Überpopulation von Tauben zu mittleren bis grösseren Problemen führen kann und man daher vorher einschreiten muss, will man dafür sorgen, dass beide Seiten ein angenehmen Leben führen können.
Kapitel 02 - Im Kriminalmuseum
Das Kapitel ist nicht weiter interessant, ausser dass eine neue Figur eingeführt wird, die bei einem Rundgang durchs kriminaltechnische Museum eine Entdeckung macht, die sie noch in grosse Probleme bringen bringen wird.
Kapitel 03 - Fütterungsverbot
Tarzan ist noch immer wütend und lässt sich auch nicht dadurch beeindrucken, dass der Mann wirklich für die Stadt arbeitet.
Als der Mann den Sack mit den toten Tauben mitnehmen will, verbietet er es diesem, sogar unter Gewaltandrohung.
Wenn ich mir das richtig durch den Kopf gehen lasse: Tarzan hat wirklich ein Problem mit seinen Aggressionen und hat das Gefühl, dass mit roher Gewalt so ziemlich alle Probleme gelöst werden können.
Gaby ist noch immer am Schluchzen und Heulen und darf sich an die Schulter des Helden lehnen.
Was für ein echt schwaches Bild der Frau, auch wenn sie noch eine jugendliche ist.
Karl ist einfach der Besserwisser und schmeisst mit Wissen um sich und tut so, als ob das dann wirklich alles erklären würde.
Kapitel 04 - Der Beisser verliert einen Zahn
Eine Joggerin wird vom Beisser angegriffen und gebissen. Tarzan, der in der Nähe ist, sprintet los, findet die Frau und macht sich dann auf die Jagd nach dem Übeltäter.
Er rennt mehr oder weniger in einen Typen rein und legt den gleich einmal flach, weil ihm sein Gesicht nicht passt und damit wieder gewisse Vorurteile offenbar werden, die der Schreiberling woll hatte und so auf Tarzan überträgt.
Auch hier wendet Tarzan gleich einmal rohe Gewalt an, um des Verdächtigen habhaft zu werden und zwingt diesen, mit zur Joggerin zu kommen.
Kapitel 05 - Stiller Teilhaber beim Kleinen
Der Böse wird Zeuge, wie der andere Böse einen Banküberfall begeht, lässt diesen machen und wird dann zu seinem Teilhaber, mittels Erpressung. Das wäre es dann, was in diesem Kapitel passiert und zu erwähnen ist.
Ist die Welt nicht ein wirklich schlechter Ort?
Kapitel 06 - 26 Überfälle
Die Kids treffen Kommissar Glockner, dem sie vom Erlebten erzählen und der sie in Sachen Banküberfall und anderem auf dem Laufenden hält.
Was ich inzwische nicht mehr so ganz verstehe: da ist der Typ Polizist und Vater und hätte es im Griff, die Kids von Dummheiten abzuhalten, aber er lässt es zu, unterstützt es eigentlich sogar, dass die Kinder sich in Gefahr begeben.
Gut, in der Welt von Wolf sind die Verbrecher zwar brutal, aber nicht so brutal, dass sie sich wirklich auf Kinder stürzen würden, um sie unter die Erde zu bringen.
Kapitel 07 - Petras Erpressung
Da haben wir also eine Tierfreundin, die gegen Gewalt, eigentlich gegen alles Böse und Schlechte ist.
Zufällig ist sie an brisante Informationen gelangt und hat nun nichts besseres zu tun, als den Tierschutz mittels Erpressung in den Griff zu bekommen.
Keine Frage: finde ich schon einmal sehr fraglich und sehr mies.
Kapitel 08 - Kein Wort über Friedrich
Tarzan hat sich wirklich vorgenommen, beim Stadtrat vorzusprechen, in seiner aggressiven Art und Weise, auf den Tisch wollte er hauen und schlagen und dem Manne ganz deutlich klar machen, dass das mit den Tauben schon gar nicht geht.
Bevor er das aber hat machen können, kommt Petra, die Tierschützerin und Freundin von Gaby aus dem Bau gelaufen und kann ihn gerade noch zurückhalten. Natürlich erwähnt sie nicht, dass sie es mit Erpressung versucht und der Mann um zwei Tage Bedenkzeit gebeten hat.
Auf jeden Fall kann sie Tarzan gerade noch zurückhalten, der aber kocht fürchterlich innerlich und denkt, dass der Stadtrat ein ganz mieser Typ ist und man bei dem nur mit Gewalt etwas erreichen kann.
So langsam aber sicher frage ich mich, was ich früher an diesen Büchern, Geschichten gefunden habe.
Tarzan hat so was von einem ganz grossen Problem und gehört auf die Couch eines Psychiaters.
Kapitel 09 - Tag der ausgebrochenen Zähne
Und schon werden dem Leser ein paar Männer präsentiert, die sich mehr als verdächtig benehmen.
Kapitel 10 - Von Promi-Tratsch und Brandstiftung
Da haben wir den Stadtrat, der seine Frau nur geheiratet hat, weil sie eine reiche Erbin war. Mit ihrem Geld hat er seine Geschäfte finanziert. So ist das Geld von ihr zu ihm gewandert.
Dann telefoniert er noch mit einem Detektiv, der dafür sorgen soll, dass die Unterlagen über seinen mörderischen Vorfahren mittels Brandstiftung vernichtet werden sollen.
So viele Klischees auf einmal? Hätte nun auch nicht wirklich sein müssen.
Der Stadtrat ist richtig eindimensional. Nur böse. Keine einzige gute Seite gibt es an oder neben ihm zu finden. Das macht ihn einfach nur langweilig und sehr vorhersehbar.
Kapitel 11 - Der Ohrring
TKKG wollen sich den Taubenmörder aus dem Park vornehmen.
Treffen bei ihm aber nur seine Frau an, die die besten Jahre auch schon hinter sich zu haben scheint. Die meint, ihr Mann sei im Fitness-Club und würde seine Muskeln stählen, was er regelmässig machen würde.
Also, machen sich TKKG auf den Weg zum Fitness-Studio, wo sie aber nur auf einen Typen voller Muskeln treffen, der ihnen zu sagen weiss, dass der gute Mann seit einem halben Jahr nicht mehr kommen würde und so ziemlich jeden Abend in einer üblen Spelunke zu finden ist.
Es fällt beim Lesen auf, dass der Autor davon auszugehen scheint, dass alle, die ihre Muskeln stählen wollen, das mit Anabolika machen und es wohl keine Ausnahmen zu geben scheint.
Der Ton gegenüber dieser Sportart ist, sagen wir einmal, sehr abfällig und auch sehr einseitig geprägt. Das es auch Natural-Bodybuilding gibt, daran hat er beim Schreiben sicher nicht gedacht, oder hat es einfach nicht erwähnen wollen.
Kapitel 12 - Im Biereimer
Es ist schon verwunderlich, wie einfach es für Jugendliche zu sein scheint, im Rotlichtbezirk in gewisse Restaurants zu kommen.
Der Autor hat da sicher eine ganz eigene Vorstellung, wie es dort zu und her geht.
Aber auch in diesem Kapitel ist wieder deutlich ersichtlich, dass Tarzan es gerne aggressiv und frech mag und dazu zu neigen scheint, gerne seine Fäuste und oder Handkanten sprechen zu lassen.
Erschreckend eigentlich.
Zur Zeit bin ich froh, keine Kinder zu haben, sonst müsste ich dafür sorgen, dass sie diese Bücher nicht zu lesen bekommen.
Kapitel 13 - Nieeeee!!
Wie der Zufall es will, laufen TKKG dem kleinwüchsigen Bankräuber über den Weg. Natürlich wissen sie zum Zeitpunkt noch nicht, dass er das ist.
Kapitel 14 - Heisses Druckmittel
Tarzan überlegt sich jetzt schon, dass er den Taubenmörder aus dem Park mittels Erpressung dazu bringen will, mit dem Abschlachten der Tiere aufzuhören.
Was soll ich da noch schreiben?
Ein Unrecht soll ein anderes aufwiegen und aufheben? Das sehe ich selber und persönlich ja nicht so.
Es kann nicht angehen, dass Kinder so etwas lesen und dann der Meinung sind, dass das ein wirklich gangbarer Weg ist.
Kapitel 15 - Petras Angst in der Tiefgarage
Petra, die Erpresserin, wird in der Tiefgarage von einem maskierten Mann überwältigt, mit Chloroform betäubt und in den Kofferraum ihres Wagens gesteckt, in der Hoffnung, sie möge dort ersticken.
Kapitel 16 - Ein Stück vom blonden Pferdeschwanz
TKKG wollen Petra besuchen und können sie im letzten Moment noch aus dem Kofferraum befreien.
Das war dann auch schon das wichtigste, aus diesem Kapitel.
Kapitel 17 - Nachts hinter der Gardine
Die Brandstiftung in Sachen Kriminalmuseum kann verhindert werden und der Möchtegern-Brandstifer wird verhaftet und in Handschellen abgeführt.
Kapitel 18 - Schlimme Vererbung?
Petra entschliesst sich, der Bande zu sagen, warum sie beim Stadtrat war und sie ihn mittels Erpessung dazu bringen wollte, mit dem Taubenmord aufzuhören.
Tarzan fängt an nachzudenken und kommt auf den Gedanken, dass der Stadtrat hinter dem Anschlag auf Petra steht, aber nicht wegen der Tauben, sondern weil der Zwang Frauen zu beissen, von seinem Vorfahren auf ihn übergegangen ist und so die Polizei, mit ein wenig logischem Denken dahinterkommen könnte, dass er der Beisser und Unhold ist, der seit langer Zeit den Frauen auflauert.
Tarzan will jetzt natürlich auch bei dem Mann in den Mund schauen.
Statt die Polizei einzuschalten, will er das selber machen.
Er denkt ja eh, die Polizei sei durch Recht und Gesetz viel zu eingeschränkt in ihrem Handeln.
Dann doch lieber gleich einen auf gesetzlose Jugendliche machen.
Die Mittel heiligen ja immer mal wieder den jeweiligen Zweck.
Kapitel 19 - Abgeschleppt
Zwei Seiten bla bla.
Kapitel 20 - Kovechlusers Alibi
TKKG besuchen mitten in der Nacht den Stadtrat, um zu sehen, ob er wirklich der Beisser ist oder nicht.
Natürlich gehen sie, vor allem Tarzan, mit der notwendigen Aggressivität vor.
Wenn ich mir vorstelle: würde so ein Bengel mit seinen Kumpels so vor mir stehen und mich so anpflaumen, wäre mein nächster Griff nach dem Smartphone, Polizei anrufen und ab mit den Teens. Weg damit.
Kapitel 21 - Steckschuss und Streifschuss
Der Bankräuber besucht seinen Erpresser, streckt ihn mit zwei Schüssen nieder, tötet ihn aber nicht, sondern sorgt damit nur dafür, dass er von jetzt an ein Leben mit Behinderung zu führen hat.
Wow.
Die Bösen sind bei diesem Autor wirklich nur böse und damit gnadenlos eindimensional.
Kapitel 22 - Trittbrettfahrer
TKKG und Kommissar Glockner können zwar den Beisser verhaften, aber es zeigt sich, dass er nur ein Nachahmer ist. Weil er einfach so einen Hass auf die Frauen hat.
Der Leser erfährt, dass doch der Stadtrat der echte Beisser ist und jetzt die Petra endgültig unter die Erde bringen will.
Bis jetzt weiss er ja noch nicht, dass der Brandanschlag schiefgegangen ist, sein Angestellter verhaftet worden ist und wohl nicht mehr lange den Mund über seinen Auftraggeber geschlossen halten wird.
Kapitel 23 - Die Hoffnung ist nie verloren
Der Stadtrat versucht die Petra mit einem Kissen zu ersticken, wird dabei von Tarzan KO geschlagen und der Kommissar darf ihn abholen.
Dann wird auch noch der Mordanschlag aufgeklärt und so weiter.
Wie auch immer:
Das ist ein Buch, dass ich Kindern in der heutigen Zeit nicht mehr in die Hände drücken würde.
Ein wenig bin ich schon verwirrt wie viel sich diese Kids erlauben dürfen und können, ohne dass sie in ihre Schranken verwiesen werden.
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