So, für einmal schreibe ich nicht über Regale und die Dinge, die ich darin verstauen möchte.
Nein, ich lasse mich über das Schreiben aus.
Das Schreiben und ich und die Schwierigkeiten, die ich damit habe.
Ja, auch wenn es nicht immer den Anschein macht: es gibt gewisse Problematiken, die das Schreiben für mich zu einer wirklichen Arbeit und Anstrengung machen.
Es fängt damit an, dass es immer mal wieder vorkommt, dass mir ein Wort nicht in den Sinn kommt, welches ich gerade benutzen möchte. In den meisten Fällen ist es genau das Wort, welches in dem Augenblick perfekt wäre, um das zu sagen, was ich ausdrücken möchte.
Der kann es sich in etwa so vorstellen.
Der Schreiber sitzt da und schreibt und versucht sich auszudrücken. Er gelangt an einen Satz, der im gesamten recht wichtig wäre. Plötzlich passiert es: der Schreiberling kommt nicht weiter. Er möchte ein bestimmtes Wort benutzen, aber, es geht nicht. Das Wort scheint sich direkt und zuvorderst auf der Zunge zu befinden und ein ganz kleiner Hauch eines Windes würde reichen, um es aus dem Mund auf das Papier fallen zu lassen.
Jetzt beginnt es. Der Autor versucht sich zu konzentrieren, immer mehr, immer heftiger, dabei verkrampft er sich immer mehr. Nicht nur, dass mit der Zeit dieses eine Wort nicht einfallen will, nein, auch die Synonyme dazu scheinen sich zu verstecken, scheinen auf der Flucht zu sein und sich einen Spass daraus zu machen, hinter einem Stein, im Dunkeln zu sitzen, zu kauern, kichernd und zuzusehen, wie der Autor immer näher an den Rand der Verzweiflung gelangt, wie er immer nervöser wird, und immer mehr an sich selber zu zweifeln beginnt.
Ach ja .. das waren noch Zeiten.
Das hat sich ein wenig abgeschwächt, seit ich weiss, dass ich ein Aspie bin.
Ich habe gelernt zu akzeptieren, dass das mit den Wörtern ein Teil von mir ist.
Es ist ein Teil von mir. Anders gesagt, die Wort-Vergessenheit gehört zu mir und wird mich in diesem Leben auch nie und nicht mehr verlassen.
So gesehen, habe ich auch, weitestgehend auf jeden Fall, aufgehört dagegen anzukämpfen.
Realistisch gesehen ist das ein Kampf, ein Vorhaben, welchen ich gar nicht gewinnen kann. Auf der anderen Seite: würde ich gewinnen, wäre es ein Stück meines Wesens, dass ich in die Tonne treten würde.
Damit würde ich dann etwas von mir verlieren. Etwas, das mich in meiner Gesamtheit ausmacht.
Da stellt sich mir die Frage, ob ich dann noch der gleiche wäre, wenn das nicht mehr da wäre?
Auf jeden Fall wären dann nicht mehr 100% von mir da, die die Umwelt in Verunsicherung versetzen könnten. Vielleicht noch 99.5%.
Tja, das wäre dann nicht mehr ich. Das wäre ganz am Schluss jemand anderes. Aber nicht mehr ich.
Hammer.
Wie dem auch sei.
Es wäre eine ganz grosse Lüge, würde ich jetzt sagen / schreiben, dass es mir gar nichts mehr ausmacht.
Bin ich zu Hause, schreibe oder rede mit den Katzen, ist das kein Problem.
Auch wenn ich versuche Small-Talk zu betreiben, ist es nicht wirklich schlimm.
Inzwischen habe ich mir angewöhnt, um das ein wenig zu überspielen, neue Wörter zu schaffen und in den Raum zu stellen.
Da ich nicht mehr so nervös werde, fällt mir ein Wort nicht ein, schaffe ich es immer öfters, einen Ersatz zu finden, oder gleich eine Umschreibung zu bringen.
Das führt dazu, dass ich wohl inzwischen dafür bekannt bin, nicht geradeaus zu reden, sondern eine, sagen wir, blumig, bis sehr blumige Sprache zu verwenden.
Damit kann ich gut leben. Hauptsache ist, dass nicht bemerkt wird, dass ich hier ein mal kleineres, mal grösseres Problem zu haben.
Es gibt dann aber auch die Situationen, da hilft alles nichts, es gibt genau ein Wort, welches gebraucht werden kann. Tja, dann habe ich definitiv nicht mehr viel zu lachen und auch mit Ersatz ist da nicht viel zu holen.
Das sind die Sekunden in meinem Leben, die mich Stunden oder Tage meines Lebens kosten. Wenn ich es geschafft habe, der Augenblick gelaufen ist und ich weg von den Leuten bin, dauert es nicht sehr lange und schon bin ich einfach nur noch müde.
Dann hilft alles nichts mehr und ich brauche einfach mein Bett oder sonst etwas, das zum Schlafen geeignet ist.
Es mag sich blöd oder auch nur seltsam anhören, aber, es hat schon Tage gegeben, da habe ich es nicht mehr bis ins Bett geschafft. Ab und an schlafe ich dann auf dem Boden vor dem Bett, oder auf der Couch oder auf einem Stuhl.
Ist schon so. Der Boden mag zwar nicht weich wie Daunen sein, trotzdem brauche ich das ab und zu. Es tut einfach gut, so auf dem Boden zu schlafen.
Mal sehen, was ich davon halte, wenn ich dann mal die 70 überschritten habe ..
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