Freitag, 14. Dezember 2018

Pump up the Konfitüre - Stefan Wolf - TKKG - Hotel in Flammen

Stefan Wolf

Ein Fall für TKKG

Band 037

Hotel in Flammen


Kapitel 01 - Hilferuf aus Neuzell

Kurios und interessant.
Ich habe vor kurzem im Stern Online einen Bericht über TKKG gelesen und wie sich das Lesen damals und heute unterscheiden und welche Dinge damals wohl einfach gang und gäbe waren und heute im Internet mehr als einen gerechtfertigten Shitstorm auslösen würden.

In diesem Kapitel habe ich jetzt nicht viel gefunden, das mich wirklich genervt oder zu einem Shitstorm hätte veranlassen können.

Kapitel 02 - Anreise

Viel gibt es auch hier nicht zu sagen.

Ausser vielleicht, dass Klöschen halt so ein Klischee-Dicker ist: er isst gerne, das kann man ja noch so stehen lassen, aber dass er dann auch gegen aussen einen auf Ich-liebe-es-der-ganz-grosse-Fress-und-Fettsack-zu-sein macht, stösst mir persönlich sehr sauer auf.

Dann noch Tarzan, der einen Machospruch raushaut, indem er verlauten lässt, dass solange der mögliche zukünftige Bösewicht Gaby in Ruhe lässt, dieser seine Zähne behalten darf und Gaby den Spruch auch noch so richtig geil findet.
Ne, das haut mir selber auch ein paar Zähne des Unglaubens raus.

Kapitel 03 - Der Boss

Die vier Kids wollen der Tante von Gaby helfen gehen, damit ihr Hotel nicht den Bach runtergeht.
Am Zielort angekommen, warten sie am Bahnhof auf die Person, die sie abholen kommen soll, aber die lässt sich ein wenig Zeit.
Kaum da, steht fest: Das Team und der Stiefsohn der Tante mögen sich nicht.
Stefan Wolf hat es wieder einmal geschafft, einen sehr einseitigen Charakter zu schreiben.
Der Stiefsohn hat, wie es sich so liest, nur schlechte und negative Eigenschaften und nur charakterliche Schwächen.

Ich weiss nicht.

Als ich noch ein paar Jahre weniger auf dem Buckel hatte, ist mir das natürlich nicht aufgefallen, aber was habe ich zu der Zeit schon über Menschen, Charakter, Eigenschaften, Gut, Böse gewusst.

Wenn ich es jetzt lese, wird mir fast übel und es stellt sich schon die Frage, ob es keine Eltern, oder wenigstens einen Teil davon, gegeben hat, der so ein Buch zuerst gelesen hat, um dann zu entscheiden, ob die Kinder das auch lesen sollten oder nicht.

Aus meiner Sicht im hier und jetzt: hätte ich Kinder, würden sie diese Bücher, diese CDs, nicht in die Hände bekommen.

Das ein Held halt nicht nur heldenhafte Eigenschaften hat: das ist mir sehr klar und noch viel bewusster.
Aber Tarzan ist ein Jugendlicher. Einer, der das Leben eigentlich noch nicht gesehen hat.
Er sollte ja der Held sein, hat aber deutliche Eigenschaften eines Schlägers, hält seine Freundin, wenn möglich, an der kurzen Leine, macht immer mal wieder mehr als miese und fiese Scherze über Klösschen und stellt sich immer wieder selber so dar, als ob er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat.

In diesen Büchern fehlen einfach die Schattierungen: es gibt fast nur weiss und schwarz, aber was dazwischen ist, wird gnadenlos unterschlagen.

Sicher: jetzt könnte man argumentieren, dass Kinder in dem Alter das ja nicht verstehen würden, auf der anderen Seite: Kids in dem Alter verstehen viel, sehr viel mehr, als wir Erwachsenen ihnen oftmals zugestehen wollen.

Kapitel 04 - Hotelkrieg

Das Kapitel kann ich überspringen. Da kann ich jetzt nichts finden, was mir auf den Zeiger geht.

Kapitel 05 - Plöckls Geldpaket

In diesem Kapitel werden ein paar neue Charaktere eingefügt, die alle gleich dünn und dimensionslos und damit auch langweilig sind.

Kapitel 06 - Der neue Schwimmlehrer

Für einmal etwas positives: Herr Gimp, der Hotelangestellte, soll TKKG alles was er weiss über das Hotel und die Arbeiten beibringen.
Da er einen Tag darauf nicht mehr dort arbeiten wird, gibt er sich nicht wirklich viel Mühe.
Er erwähnt dann auch, das Trinkgelder in eine Art gemeinsame Kasse fliessen und dann gleichwertig aufgeteilt werden.
Tarzan hat beobachtet, wie Herr Gimp vor dem Unterricht von einem Hotelgast einen Geldschein als Trinkgeld erhalten und gleich in einer der Taschen hat verschwinden lassen.

Darauf wird er nun von Tarzan angesprochen und so weit manipuliert, dass er das Geld mit einem bösen Gesicht in die Gemeinschaftskasse legt.

Das ist nun wieder etwas, das Kindern beigebracht werden sollte. Aufstehen für die eigenen Rechte und vor allem auch für die Rechte der anderen.

Kapitel 07 - Die Sache mit dem Champagner

Was gibt es hier schon zu sagen:
Gaby arbeitet im Service und lernt gleich einmal Gäste kennen, denen niemand auch nur eine Kleinigkeit recht machen kann.

Das ist der Augenblick, wo man einfach Ruhe bewahren und sich im Klaren sein muss, dass es einfach ein Job ist und dem Gast oder den Gästen das Leben vielleicht ganz übel mitgespielt hat und sie jetzt auf der Suche nach einer Möglichkeit sind, den Frust loszuwerden.

Kapitel 08 - Ein reizender Stiefsohn

Der Stiefsohn findet den Ring, den er selber geklaut hatte. Das hat er gemacht, um bei einem Pfandleiher oder so vorbeizugehen und abzuklären, wie viel Geld er dafür bekommen könnte.

Somit: Stefan Wolf schafft es wirklich, Figuren ganz eindimensional zu zeichnen. An diesem Stiefsohn ist gar nichts Gutes zu finden, selbst wenn man ein Mikroskop nehmen würde.
Von mir ausgesehen sorgt das einfach dafür, dass einem die Figuren nur langweilig sind und man einfach nicht für oder sogar gegen sie sein könnte.

Ansonsten: Stefan Wolf hat sich zwar sehr viel Mühe gegeben, die Sprache der Jugend anzuwenden, aber mit der Zeit wirkt das einfach mehr als unglaubwürdig und in vielen Fällen auch nur noch angeberisch.

Kapitel 09 - Nicht mit mir, meine Herren

Kann getrost übersprungen werden, da ich hier nichts gefunden habe, worüber ich mich wirklich auslassen möchte.

Kapitel 10 - Schutzgeld-Erpresser

Hier wird aufgezeigt, dass der Gast, der Gaby so auf die Nerven gegangen ist, nichts anderes als ein Gangster und Gauner ist.
Er hat ein Treffen mit drei von seinen Leuten, um die nächsten Schritte ihres Plans zu besprechen.

So weit, so gut.

Mir gefällt die Idee, hier noch jemanden einzuführen, der sich der Hotelkette annehmen möchte, ausser den anderen Hoteliers, die diese Kette loswerden möchten, da sie viel zu viele Gäste daran verlieren.

Problematischt ist halt nur, dass jeder dieser Gauner wie das perfekte Klischee eines Gangsters aussehen.

Eigentlich dürften die gar nicht aus dem Haus gehen, weil gleich jeder wissen würde, was das für Typen sind.

Einfach nur schlecht gezeichnet, diese Charaktere und damit einfach nur langweilig und nicht ernst zu nehmen.

Kapitel 11 - Gaby hat Mitleid

Auch nicht viel brauchbares, über das ich mir weitere Gedanken machen könnte oder gar müsste.

Kapitel 12 - Schlimmer Irrtum

Der Ex-Mann von Tante Glockner wird eingeführt. Er ist ein Einbrecher und auch sonst ein Gauner.
Er klaut sogar die Handtasche der Tante und fühlt sich dabei sicher noch gut und besser.

Auch so ein Charakter.

Eigentlich müsste man den Typen ja hassen, oder wenigstens nicht mögen, aber eben: es ist viel zu wenig Fleisch an dieser Art von Knochen, als das man sich überhaupt Gedanken darüber machen möchte.

Kapitel 13 - Unverschämtheiten

Tante Glockner macht sich mitten in der Nacht auf den Weg, um ihrem Ex-Mann mal zu sagen, was Sache ist. Sie nimmt dabei auch Tarzan mit, der einen auf ganz grossen Beschützer macht und den Schlägertypen raushängen lässt.

Der Ex-Mann ist auch sehr Klischéehaft gezeichnet, was mich aber zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr schockiert.

Kapitel 14 - Wegen Lebensgefahr geschlossen

Die Schutzgelderpresser gehen ihrem Job nach und verseuchen das Wasser des Schwimmbades im Weekend-Hotel.
Was soll ich sagen: die Typen könnten aus jedem Krimi der 60er Jahre stammen.

Kapitel 15 - Die linke Tour des Nachtportiers

Keine der anderen Figuren, die auch nur den Hauch von Güte, Nettigkeit oder so aufzuweisen hätte.
Echt: Stefan Wolf; war deine Kindheit wirklich so schlimm?

Kapitel 16 - Wo ist der Ring?
Tante Glockner hat den Ringe mal wieder verlegt und der missratene Stiefsohn sucht ihn, weil er ihn ja verkaufen will und der Käufer dieses Geschäft machen will, als Test sozusagen und wenn es damit nicht funktioniert, wird es keine weiteren Geschäfte geben.

TKKG wollen sich natürlich um die Erpresser des Weekend-Hotels kümmer, weil dessen Besitzer ja der Meinung ist, Tante Glockner sei die ganz Böse.

Kapitel 17 - Florians Rache

Der Penner, Obdachlose, der von Gaby so gut behandelt worden ist, sinnt auf Rache an Glattfelder und kann ihm seine Tasche klauen. Der schafft es ihn einzuholen, aber Florian geht zur Polizei, gibt den Diebstahl zu. Nur die Schachtel, die Glattfelder selber gestohlen hat, will er nicht zurückhaben. Die Polizei könnte ja etwas bemerken.

Kapitel 18 - Gaulgesicht lügt
Nicht wirklich viel neues, über das ich mich auslassen könnte.

Kapitel 19 - Keilerei an der Kirche

Florian wird von der Polizei zur Kirche gebracht, verfolgt vom ehemaligen Hotelangestellten, der sein Päckchen zurückhaben will.
Tarzan sieht das per Zufall und schleicht diesen Leuten nach.

Als die Polizei weg ist, nimmt Florian das Päcklein in die Hand, öffnet es und sieht, dass sehr viel Geld darin versteckt ist.
Der ehemalige Hotelangestellte ist mehr als wütend, stürmt auf Florian los und will ihn brutal niederschlagen.
Zwar kann Tarzan den warnen, aber er ist so langsam, dass der Schlag ihn nicht ins Genick, sondern gleich ins Gesicht trifft.

Tarzan kommt dazu und kann Glattfelder ein wenig verprügeln, bemerkt, das Florian flüchtet und der Glattfelder nimmt auch die Schuhe in die Füsse und rennt davon.

Nun hat Tarzan das Päckchen mit dem Geld und hat null Ahnung, was eigentlich los ist.

Kapitel 20 - Mafia im Kurort?

Ich weiss.
Doch.
Ich weiss sehr wohl, dass ich mich gleich wiederholen werde.
Sei es drum.

Der Besitzer des Weekend-Hotels ist ein Graf und auch der wird beschrieben, wie direkt aus dem Buch der 10001-Klischées entnommen und schon mag man ihn so was von gar nicht.

Kapitel 21 - Anruf für Jörg

Da gibt es nicht wirklich viel, über das ich mich nerven könnte, oder das mir ganz neu zu denken geben würde.

Kapitel 22 - Raubüberfall

Auch hier ist alles so, wie schon davor beschrieben. Nichts Neues also.

Kapitel 23 - Rote und Grüne Gummibänder

Auch nichts weiteres zu beanstanden.

Kapitel 24 - Schweres Geschütz

Kapitel 25 - Irrischer Terror-Cocktail


Es ist halt schon so, dass ich dieses Buch einem Kind nicht mehr zum Lesen geben würde.

Es sind die Charaktere, wie sie beschrieben sind.

Es sind die Verhaltensweisen, die ich so gar nicht akzeptieren und oder verstehen kann.

Es ist diese Jugendsprache, die nach einfach etwas tönt, ausser nach echter Jugendsprache.

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